Trail du petit ballon
- großes Glück am kleinen Belchen –

Der Petit Ballon, oder kleiner Belchen, in den Vogesen ist einer der fünf sagenumwobenen keltischen Berge, die sich in den Vogesen, dem Schweizer Jura und dem Schwarzwald bis zu einer Höhe von 1.400 Meter erheben. Auch der kleine Belchen kann sich mit 1.265 Metern durchaus sehen lassen. Er war das Ziel bzw. der Höhepunkt des Rennens „Trail du Petit Ballon“ an dem Michael und ich gemeinsam gestartet sind. 52 KM mit insgesamt 2.300 Höhenmetern lagen vor uns, mit einem Profil, das Spaß garantierte. Die ersten zwanzig Kilometer leicht ansteigend aber wellig. Danach 10 KM mit fast 900 Höhenmeter bergauf zum Gipfel und dann das gleiche wieder bergab. Die letzten 10 KM ging es schließlich wiederum wellig leicht bergab in den Start- und Zielort Rouffach. Ein echter Berglauf also. Für uns beide war es eine Premiere, der erste Start im Ausland. Und es ist wahr, andere Länder, andere Sitten. Das wurde schon vor dem Start deutlich. So verlangt der französische Staat von jedem Starter ein ärztliches Attest für die Teilnahme. Eine angesichts der zu erwarteten Strapazen durchaus sinnvolle Vorkehrung. Darüber hinaus musste aber auch der (Lauf)–Rucksack gepackt werden. Die Pflichtausrüstung bestand aus einem Liter Trinken, einer Regenjacke, einer Trillerpfeife und einer Rettungsdecke. Darüber hinaus wies der Veranstalter auf eine 16 KM lange Lücke in der Versorgungskette hin. Es mussten also auch ein paar Riegel eingepackt werden. Wie sich später herausstellen sollte, ein sehr sinnvoller Hinweis. Tags zuvor fuhren wir nach Rouffach, um die Startnummern abzuholen. Im Elsaß ist Deutsch als Sprache noch sehr verbreitet, so dass es mit der Verständigung keine Probleme gab. Außerdem sind ungefähr 20 Prozent der Starter deutsche Ultraläufer und der Veranstalter hat sich entsprechend darauf eingestellt. Überhaupt der Veranstalter, dieser muss sich bezüglich der Organisation hinter keinem deutschen Veranstalter verstecken. Das Rennen war einfach perfekt organisiert. Dazu kamen Läuferpräsente, die ich so für das wenige Geld (28 Euro betrug die Startgebühr) noch nie erlebt habe. Eine Flasche Sekt, ein Laufshirt und für alle Finisher der Ultra-Strecke als besonderes Siegeszeichen eine Laufweste.

Sonntagmorgen um neun Uhr ging es los. Um 15:30Uhr, also 6:30h später, musste der Ort Osenbach bei KM 42 erreicht sein, um nicht aus dem Rennen genommen zu werden. Keine wirklich beängstigende sogenannte Cut-Off Zeit, trotzdem etwas was wir im Hinterkopf bereits beim Start behalten mussten. Unsere Taktik war nämlich klar auf gutes und gesundes Ankommen ausgelegt. Entsprechend sortierten wir uns im Feld ganz hinten ein. Ein Blick zurück auf den ersten Kilometern verriet uns, dass wir wohl von den über 1.000 Startern einen Zwischenrang um die 1.000 haben müssten. Mit der Sicherheit, dass wir das noch verbessern werden, hielten wir uns an unserer Marschroute. Nach ungefähr 3 KM geschah etwas Überaschendes: Wie auf einer Autobahn, die sich von zwei auf eine Fahrspur verengte, verengte sich die Laufstrecke von einem breiten zum einem kleinen schönen Single-Trail. Mit dem gleichen Ergebnis, das Feld kam zum Stehen. Ca. 5 Minuten dauerte es, bis wir diese Engstelle passierten. Der weitere Weg führte und durch die Weinberge des Elsaß im steten Auf und Ab mit wunderschönen Ausblicken. Nach rund 8 KM hatten uns der Wald und auch der erste längere Anstieg in Beschlag genommen. Auch auf diesem Teilstück kam es immer wieder zu einen stockendem Verkehr. Wir nahmen dies gelassen, konnten wir hierdurch doch Kräfte sparen, die wir später noch sehr gut gebrauchen konnten. Mit einer scharfen Rechtskurve bei KM 20 ging das Rennen dann richtig los. Lag hier doch der Start zum 10 KM langen Anstieg auf den Petit Ballon. Die ersten vier Kilometer waren besonders steil. Dann folgte ein Kilometer zur „Entspannung“ bevor dann der im wahrsten Sinne des Wortes Höhepunkt bevor stand, die Gipfelrunde. Zu Beginn der Runde die neidischen Blicke auf diejenigen Läuferinnen und Läufer, die die Runde bereits beendet hatten (ca. 9 KM später) und sich auf dem Rückweg befanden. Gerüchte kamen auf, dass einige Läufer diese Stelle als Gelegenheit nutzten, um das Rennen abzukürzen, ein schwerer Fehler, wie sich später zeigen sollte. Für uns waren Abkürzungsgedanken völlig fremd und so gingen wir frohen Mutes den schwersten Teil des Rennens an. Die Strecke war vielleicht nicht ganz so steil, wie zu Beginn des Anstiegs, dafür war sie aufgrund der Höhe von über 1.000 Meter teilweise schnee- und eisbedeckt, was das Laufen extrem erschwerte. Belohnt wurden wir aber mit fantastischen Ausblicken zu den anderen Vogesenbergen und in die Rheinebene. Am Gipfel angekommen, der von einer Madonna verziert wird, ließen wir uns erstmal wie richtige „Bergsteiger“ fotografieren und gratulierten uns zu unserem ersten erreichten Ziel. Aber uns war klar, es war nur ein Zwischenziel. Nun hieß es den mehr als 10 KM langen Abstieg zurück nach Osenbach anzutreten. Kurz nach dem Gipfel die nächste Überraschung, einen Rennkontrolleur tauchte auf und scannte unsere Startnummern. Damit kann jeder identifiziert werden, der verbotenerweise auf die Gipfelrunde verzichtete, soviel zum Gerücht. Nach dem wir wieder in tiefere Lagen kamen, verschwand auch der Schnee und wir konnten es „gemütlich“ laufen lassen. Nur ein überraschend steiler Gegenanstieg erschwerte uns nun noch den Rückweg nach Osenbach und damit zur Cut-Off Stelle. Diese erreichten wir kurz vor 16:00Uhr und damit über eine halbe Stunde früher als notwendig. Wieder ein wichtiges Zwischenziel erreicht. Nebenbei übrigens auch die Marathondistanz absolviert. Die letzten zehn Kilometer war dann unsere persönliche Ehrenrunde. Besonders Michael mobilisierte die letzten Kraftreserven und drückte mächtig aufs Gas. Die letzten fünf Kilometer absolvierten wir in weniger als 30 Minuten, trotz der Anstrengungen zuvor. Ich selbst hatte leider kurzzeitig leichte Probleme, da ich einfach zu wenig gegessen hatte (wie erwähnt 16 KM ohne Verpflegung). Zum Glück hatte ich noch einen Riegel dabei und nachdem ich die Hälfte gegessen hatte ging es auch bei mir besser und ich konnte Michaels Tempo folgen. Kurz von 16:00Uhr, also knapp sieben Stunden nach dem Start erreichten wir wieder den Ort Rouffach und damit glücklich das Ziel. Unsere Position im Feld konnten wir noch von 1.000 auf 800 verbessern, aber das ist nur eine unwichtige Randnotiz. Viel wichtiger war und ist, dass wir gesund und relativ fit das Ziel erreicht haben, bei dem vielleicht schönsten Rennen an dem wir beide bisher teilnehmen durften. Für uns war der Petit Ballon ganz groß.

  

Der fröhliche Weinberg – Adventslauf in Mainz-Ebersheim

Bis Kilometer acht ist der Adventslauf in Mainz-Ebersheim ein ganz normaler Volkslauf. Am Sonntag, 14. Dezember, haben sich bei idealem Laufwetter rund 80 Läuferinnen und Läufer auf die zehn Kilometer lange Strecke gemacht, unter ihnen auch Daniel und Stefan vom Lauftreff Schlangenbad. Es geht leicht bergab, dann wieder bergauf, das Feld zieht sich auseinander, nur ab und an stören große Pfützen auf den Wirtschaftswegen durch die Weinberge den Laufrhythmus.

Daniel kommt vor allem wegen Kartoffelsuppe und Kuchen immer gern nach Ebersheim. Stefans Motivation war es, frische Luft zu schnappen, endlich mal wieder ein Laufergebnis zu erzielen und Daniel vor und nach dem Lauf Gesellschaft zu leisten. Doch der entschied sich kurzfristig, die Veranstaltung nur als lockeren Trainingslauf für anstehende Super- und Ultramarathons zu betrachten, und blieb den ganzen Weg über als Zugpferd und Motivator an Stefans Seite. Danke dafür! 

Kilometer acht, der Markenkern oder neudeutsch Unique Selling Point des Adventslaufs. Dort wird der ganz normale Volkslauf zur besonderen Herausforderung: Es kommt ein gut 500 Meter langer Anstieg, der alle Beteiligten mehr oder weniger an ihre Grenzen bringt – zumindest fast alle. „Ist doch toll, wenn der Anstieg geschafft ist und man wieder locker gerade aus laufen kann“, freut sich Daniel. Dumm nur, dass manch anderer nach dem Anstieg kaum noch Puste hat, um diese Freude zu teilen.

Fazit: Der vom RV Ebersheim gewohnt gut organisierte Lauf ist keiner, um neue Zehn-Kilometer-Bestzeiten aufzustellen, aber ideal, um den Restalkohol von der Weihnachtsfeier am Vorabend auszuschwitzen. Und der Kuchen war wie immer äußerst lecker.

 

 


Der Bärenfelslauf, ein bäriges Erlebnis

Was schenkt man seinem Lauffreund zum runden Geburtstag? Natürlich einen Lauf, aber nicht einfach so einen „normalen“, sondern lieber mit dem Bärenfelslauf einen 64,8 KM langen Ultralauf. Schließlich sollten es möglich mehr Kilometer als Lebensjahre sein, die es zu  feiern gibt. Als ob die Strecke nicht eh schon lang genug wäre, sind auf dem Weg auch noch rund 1.800 positive Höhenmeter zu bewältigen. Michael war der Glückliche der von mir dieses „besondere“ Geschenk bekam. Inklusive war eine rund 10 wöchige Vorbereitung mit Läufen rund um Schlangenbad und darüber hinaus. Als Höhepunkt der Vorbereitungsläufe ging es vom Niederwalddenkmal über den Rheinsteig nach Hause. Mit rund 40 KM und über 1.100 positiven Höhenmeter ein optimaler Testlauf.

Beim Bärenfelslauf sind drei Runden mit jeweils rund 21 KM zu bewältigen. Höhepunkt ist dabei der Anstieg auf den Bärenfels. Eingeläutet wird dieses Stück von einem großen Bären am Wegesrand. 150 Höhenmeter auf knapp 1,5KM über Stock und Stein stellt die größte Herausforderung der Runde dar. Aber auch die restliche Strecke bietet immer wieder kleinere giftige Anstiege, so dass die Ausschreibung (anspruchsvoller Trail) vom Autor bestätigt werden kann. Dank dreier Verpflegungspunkte musste man selbst aber kein Proviant mitschleppen, was ein großer Vorteil des Laufes ist. Apropos Organisation, der Bärenfelslauf ist wie zwei weitere Läufe am Bärenfels eine reine Veranstaltung der Familie Feller. Ob Einweisung beim Parkplatz, Ausgabe der Startnummern, Verpflegung an den Ständen („muss für meinen Mann ein Foto schießen“), immer trifft man auf ein Familienmitglied. Dadurch bekommt der Lauf einen besonders liebenswerten Charakter. Heimlicher Star der Veranstaltung ist Oma Feller, die mit fast 80 Jahren die Läuferinnen und Läufer im Ziel mit selbstgebackenen Kuchen und vielen mehr verwöhnt. Das einzige Familienmitglied, das selbst mitlaufen darf, ist Opa Feller, der immer noch die schwere Marathonstrecke erfolgreich bewältigt.

So gingen neben uns um 8:00Uhr in der Frühe rund 160 Läuferinnen und Läufer, teilweise von weither angereist, an den Start. 55 von ihnen nahmen sich vor, alle drei Runden zu laufen. Die restlichen Starter planten nur für eine bzw. zwei Runden, was einem Halbmarathon bzw. Marathon entspricht. Durch diesen gemeinsamen Start aller Läufer war das Feld in der ersten Runde relativ dicht geschlossen, was sich in Runde zwei und drei gänzlich ändern sollte. Der erste große Anstieg stellte sich als leichter als erwartet heraus, dafür stellte uns der bereits erwähnte Anstieg auf den Bärenfels auf die erste harte Probe. Oben angekommen, waren wir froh die erste Verpflegungsstelle erreicht zu haben. Dass hier das Wasser gerade aus war und wir uns mit Malzbier begnügen mussten, tat der Freude den „Königsberg“ das erste Mal geschafft zu haben, keinen Abbruch. Nach gut 10 KM liefen wir konzentriert den Berg hinunter als wir hinter uns eine Stimme hörten „halt ihr müsst abbiegen“. Es war wirklich eine der wenigen Stellen, an denen man wegen dem Untergrund konzentriert laufen musste, just an dieser Stelle wären wir falsch gelaufen, wenn uns der Mitläufer nicht mit lauten Rufen „gerettet“ hätte. Das hätte das frühe Ende unseres Abenteuers sein können. Ansonsten war die Strecke aber sehr gut beschildert und die Wege sehr gut zu laufen. Nur selten störten Wurzel und Steine das Laufvergnügen. Einziges diesbezügliches Hindernis war ein Steg, der auch im Winter nicht glatter sein hätte können. Die erste Runde beendeten wir dann in knapp 2 ½ Stunden, sogar etwas schneller als geplant. In der zweiten Runde wurde es dann deutlich ruhiger auf der Strecke. Immerhin beendeten über 70 Mitstreiter den Wettbewerb bereits nach einer Runde. Für uns ging es aber nach einer kleinen Stärkung im Zielbereich munter weiter. Der zweite Anstieg auf den Bärenfels ging schon deutlich schwieriger als beim ersten Mal, oben angekommen gab es diesmal aber auch Wasser und überhaupt war jetzt die Stimmung an den Verpflegungsständen deutlich entspannter. Die Hektik der ersten Runde war auch hier verschwunden. Ohne nennenswerte Probleme konnten wir nach etwas über fünf Stunden auch die zweite Runde beenden und somit bereits einen Marathon erfolgreich absolvieren. In der dritten Runde wurde es noch ruhiger auf der Strecke und dafür meldeten sich immer stärker die Schmerzen. Der erste große Berg, der in der ersten Runde noch ohne Probleme zu laufen war, war auf einmal ein Megaberg, der nur noch sehr langsam zu bezwingen war. Die dritte Begegnung mit dem Bären wurde genutzt, um letzte Kräfte für den Anstieg zum Bärenfels zu sammeln. Von den Bewohnern in den naheliegenden Häusern wurde ein Bier versprochen, sollten wir noch ein viertes Mal vorbei laufen. Auf das Bier haben wir dann aber lieber verzichtet. Die Treppen unterhalb des Bärenfels türmten sich in dieser Runde wie wahre Wände auf und wir mussten alle Kräfte zusammen nehmen, um ein drittes Mal den Bärenfels zu erreichen. Aber immerhin waren es bis dahin auch schon über 50 KM, die wir hinter uns hatten. Nach dem Bärenfels schlossen wir uns Hendrik, dem Organisator des Hartfüßler-Trails  an. Nach ein paar Kilometer und einem netten Plausch musste er aber abreißen lassen und wir verabschiedeten uns mit der Überzeugung, ihn nicht mehr zu sehen. Wie man sich doch täuschen kann. Drei Kilometer vor Schluss war klar, wir werden den Lauf erfolgreich beenden. Nicht klar war, ob wir es unter acht Stunden schaffen würden. Michael war skeptisch, dass es ihm reichen würde. Wir beschlossen uns zu trennen und so lief ich alleine voraus. Auf dem Weg holte ich noch einen Konkurrenten ein und erreichte in 7:54h das Ziel. Michaels Motivation war aber wiedergeweckt und so schaffte es auch er in 7:59h unter acht Stunden ins Ziel. Und genau hier wartete noch eine Überraschung auf uns, wurden wir doch wie bei der Geschichte vom Hase und Igel von Hendrik dem Igel begrüßt. Wir Hasen waren etwas ratlos. Genau wie Hendrik. Ihm fehlten irgendwo auf der Strecke zwei Kilometer und hatte keine Ahnung wo er diese liegen gelassen hat.

Fazit: Ein toller Lauf, ein tolles Erlebnis, das abends auf dem Bärstadter Lindenfest ausgiebig gewürdigt wurde. Einfach ein perfektes Geburtstagsgeschenk.

Daniel  

Der Bärenfelslauf, ein bäriges Erlebnis

Was schenkt man seinem Lauffreund zum runden Geburtstag? Natürlich einen Lauf, aber nicht einfach so einen „normalen“, sondern lieber mit dem Bärenfelslauf einen 64,8 KM langen Ultralauf. Schließlich sollten es möglich mehr Kilometer als Lebensjahre sein, die es zu  feiern gibt. Als ob die Strecke nicht eh schon lang genug wäre, sind auf dem Weg auch noch rund 1.800 positive Höhenmeter zu bewältigen. Michael war der Glückliche der von mir dieses „besondere“ Geschenk bekam. Inklusive war eine rund 10 wöchige Vorbereitung mit Läufen rund um Schlangenbad und darüber hinaus. Als Höhepunkt der Vorbereitungsläufe ging es vom Niederwalddenkmal über den Rheinsteig nach Hause. Mit rund 40 KM und über 1.100 positiven Höhenmeter ein optimaler Testlauf.

Beim Bärenfelslauf sind drei Runden mit jeweils rund 21 KM zu bewältigen. Höhepunkt ist dabei der Anstieg auf den Bärenfels. Eingeläutet wird dieses Stück von einem großen Bären am Wegesrand. 150 Höhenmeter auf knapp 1,5KM über Stock und Stein stellt die größte Herausforderung der Runde dar. Aber auch die restliche Strecke bietet immer wieder kleinere giftige Anstiege, so dass die Ausschreibung (anspruchsvoller Trail) vom Autor bestätigt werden kann. Dank dreier Verpflegungspunkte musste man selbst aber kein Proviant mitschleppen, was ein großer Vorteil des Laufes ist. Apropos Organisation, der Bärenfelslauf ist wie zwei weitere Läufe am Bärenfels eine reine Veranstaltung der Familie Feller. Ob Einweisung beim Parkplatz, Ausgabe der Startnummern, Verpflegung an den Ständen („muss für meinen Mann ein Foto schießen“), immer trifft man auf ein Familienmitglied. Dadurch bekommt der Lauf einen besonders liebenswerten Charakter. Heimlicher Star der Veranstaltung ist Oma Feller, die mit fast 80 Jahren die Läuferinnen und Läufer im Ziel mit selbstgebackenen Kuchen und vielen mehr verwöhnt. Das einzige Familienmitglied, das selbst mitlaufen darf, ist Opa Feller, der immer noch die schwere Marathonstrecke erfolgreich bewältigt.

So gingen neben uns um 8:00Uhr in der Frühe rund 160 Läuferinnen und Läufer, teilweise von weither angereist, an den Start. 55 von ihnen nahmen sich vor, alle drei Runden zu laufen. Die restlichen Starter planten nur für eine bzw. zwei Runden, was einem Halbmarathon bzw. Marathon entspricht. Durch diesen gemeinsamen Start aller Läufer war das Feld in der ersten Runde relativ dicht geschlossen, was sich in Runde zwei und drei gänzlich ändern sollte. Der erste große Anstieg stellte sich als leichter als erwartet heraus, dafür stellte uns der bereits erwähnte Anstieg auf den Bärenfels auf die erste harte Probe. Oben angekommen, waren wir froh die erste Verpflegungsstelle erreicht zu haben. Dass hier das Wasser gerade aus war und wir uns mit Malzbier begnügen mussten, tat der Freude den „Königsberg“ das erste Mal geschafft zu haben, keinen Abbruch. Nach gut 10 KM liefen wir konzentriert den Berg hinunter als wir hinter uns eine Stimme hörten „halt ihr müsst abbiegen“. Es war wirklich eine der wenigen Stellen, an denen man wegen dem Untergrund konzentriert laufen musste, just an dieser Stelle wären wir falsch gelaufen, wenn uns der Mitläufer nicht mit lauten Rufen „gerettet“ hätte. Das hätte das frühe Ende unseres Abenteuers sein können. Ansonsten war die Strecke aber sehr gut beschildert und die Wege sehr gut zu laufen. Nur selten störten Wurzel und Steine das Laufvergnügen. Einziges diesbezügliches Hindernis war ein Steg, der auch im Winter nicht glatter sein hätte können. Die erste Runde beendeten wir dann in knapp 2 ½ Stunden, sogar etwas schneller als geplant. In der zweiten Runde wurde es dann deutlich ruhiger auf der Strecke. Immerhin beendeten über 70 Mitstreiter den Wettbewerb bereits nach einer Runde. Für uns ging es aber nach einer kleinen Stärkung im Zielbereich munter weiter. Der zweite Anstieg auf den Bärenfels ging schon deutlich schwieriger als beim ersten Mal, oben angekommen gab es diesmal aber auch Wasser und überhaupt war jetzt die Stimmung an den Verpflegungsständen deutlich entspannter. Die Hektik der ersten Runde war auch hier verschwunden. Ohne nennenswerte Probleme konnten wir nach etwas über fünf Stunden auch die zweite Runde beenden und somit bereits einen Marathon erfolgreich absolvieren. In der dritten Runde wurde es noch ruhiger auf der Strecke und dafür meldeten sich immer stärker die Schmerzen. Der erste große Berg, der in der ersten Runde noch ohne Probleme zu laufen war, war auf einmal ein Megaberg, der nur noch sehr langsam zu bezwingen war. Die dritte Begegnung mit dem Bären wurde genutzt, um letzte Kräfte für den Anstieg zum Bärenfels zu sammeln. Von den Bewohnern in den naheliegenden Häusern wurde ein Bier versprochen, sollten wir noch ein viertes Mal vorbei laufen. Auf das Bier haben wir dann aber lieber verzichtet. Die Treppen unterhalb des Bärenfels türmten sich in dieser Runde wie wahre Wände auf und wir mussten alle Kräfte zusammen nehmen, um ein drittes Mal den Bärenfels zu erreichen. Aber immerhin waren es bis dahin auch schon über 50 KM, die wir hinter uns hatten. Nach dem Bärenfels schlossen wir uns Hendrik, dem Organisator des Hartfüßler-Trails  an. Nach ein paar Kilometer und einem netten Plausch musste er aber abreißen lassen und wir verabschiedeten uns mit der Überzeugung, ihn nicht mehr zu sehen. Wie man sich doch täuschen kann. Drei Kilometer vor Schluss war klar, wir werden den Lauf erfolgreich beenden. Nicht klar war, ob wir es unter acht Stunden schaffen würden. Michael war skeptisch, dass es ihm reichen würde. Wir beschlossen uns zu trennen und so lief ich alleine voraus. Auf dem Weg holte ich noch einen Konkurrenten ein und erreichte in 7:54h das Ziel. Michaels Motivation war aber wiedergeweckt und so schaffte es auch er in 7:59h unter acht Stunden ins Ziel. Und genau hier wartete noch eine Überraschung auf uns, wurden wir doch wie bei der Geschichte vom Hase und Igel von Hendrik dem Igel begrüßt. Wir Hasen waren etwas ratlos. Genau wie Hendrik. Ihm fehlten irgendwo auf der Strecke zwei Kilometer und hatte keine Ahnung wo er diese liegen gelassen hat.

Fazit: Ein toller Lauf, ein tolles Erlebnis, das abends auf dem Bärstadter Lindenfest ausgiebig gewürdigt wurde. Einfach ein perfektes Geburtstagsgeschenk.

Daniel  

 

Rodgau 2014, der Tag der Rekorde

 

Wieder einmal standen die 50 KM in der „Hölle von Rodgau“ an. Diesmal mit meinem alten Lauftreffkollege und Lauffreund Michael Ehlig. Die Vorbereitung stand allerdings unter keinem guten Stern. Anfang Dezember wurde mir die Weisheit in Form eines Zahnes gezogen, was eine Trainingspause zur Folge hatte. Zwei Wochen vor dem Start war es dann eine Erkältung, die mich zur Pause zwang. Daher musste ich mein eigentliches Ziel, 50KM endlich unter fünf Stunden zu laufen, revidieren. Es ging nur noch darum, ein vernünftiges Rennen zu liefern. Wer von uns beiden der stärkere an dem Tag sein sollte, war schon zuvor via Facebook geklärt. Konnte ich doch immer wieder nachlesen, welche Strecken Michael zum Training absolvierte. Da war klar, da kann ich heute nicht mithalten.

 

Rodgau 2014 war der Tag der Rekorde. Noch nie sind so viele Läufer gestartet (835), noch nie haben so viele Läuferinnen und Läufer das Rennen erfolgreich beendet (587) und noch nie war ein Läufer mit einer Zeit von 2:58h so schnell. Dieses Kunststück gelang dem Trierer Florian Neuschwander. Es war die bisher fünftschnellste Zeit eines Deutschen Läufers und die erste Zeit unter drei Stunden in Rodgau. Gleich viermal wurde ich von ihm auf der 5KM langen Runde überrundet und es war jedes Mal beeindruckend mit welcher Leichtigkeit er sein extrem hohes Tempo halten konnte. Alleine dafür hat sich schon der Start in Rodgau gelohnt.

 

Für mich selbst lief der Lauf wie erwartet. Ich merkte schnell, dass Michael an diesem Tag nicht zu halten war und wollte ihn auch nicht von einer guten Zeit abhalten. Daher trennten sich schon in der dritten Runde unsere Wege. Ich versuchte hingegen meine Runde so konstant wie möglich zu laufen, etwas das mir sehr gut gelungen ist. Am Ende der zehn 5 KM Runden lagen gerade 67 Sekunden zwischen meiner schnellsten und langsamsten Runde. Kaum hatte Michael mich nach vorne verlassen hatte ich mit Nicol eine neue Mitläuferin gefunden.  Nicol kommt aus Koblenz lief ihren ersten 50 KM Lauf und bereitet sich derzeit auf die legendären 100 KM von Biel vor. Spontan entschieden wir uns einen Teil des weiteren Weges gemeinsam zu laufen. Bevor auch Nicol mich in Runde acht verlassen hatte stellten wir noch fest, dass ihre Arbeitskollegin in Hausen wohnt und deren Tochter mit meiner Tochter Fußball spielt. Sprich wir haben gemeinsame Bekannte, die Welt ist klein.

 

Ich selbst merkte nach der siebten Runde, dass ich an diesem Tag immerhin meine bisherige Bestzeit von 5:11h leicht verbessern kann. Nach Runde neun war klar, noch einmal eine Runde mit 31 Minuten, dann kann ich sogar unter 5:10h bleiben. Daran hatte ich zu Mitte des Rennens nicht mehr geglaubt. Und so mobilisierte nochmal die letzten Kräfte und konnte in 5:09:47h zum vierten Mal in Rodgau zu Ende laufen. Michael schaffte die Strecke in sehr guten 4:47h. Für ihn bedeutete es Platz 300 und für mich 426. So fuhren wir beide sehr zufrieden nach Hause, von einem Lauf der wie immer sehr gut organisiert war und diesmal gar nichts von einer Hölle hatte.

 

Pfalztrail – weil es ihn gibt

Soll ich, oder soll ich nicht? Immer wieder stellte ich mir diese Frage, soll ich mich für den Pfalztrail 2013 anmelden, oder lieber nicht. Immerhin ist die Strecke mit 85,9 KM und 2.300 Höhenmeter ausgeschrieben und damit länger als mein bisher längstes Rennen am Rennsteig mit 72,7 KM. Lange Zeit ließ ich die Frage für mich unbeantwortet. Erst mal trainieren und sehen wie es läuft, dachte ich mir. Immerhin war nicht zu befürchten, dass das Rennen ausgebucht sein wird und man als kurz entschlossener keinen Startplatz mehr bekommt. Also ging es los mit Training. Als erstes ein kleiner Trail im Schwarzwald rund um meinen Lieblingsberg den Belchen. 20 KM mit 1.000 Höhenmeter war schon mal ein guter Start. Danach Familienurlaub auf Norderney. Dabei so viele Kilometer gelaufen, dass ich nun die Insel wirklich kenne. Zu Haus im heimischen Taunus ging es dann richtig los. Möglichst steile Strecken (für Kenner am Liebsten die grüne Bank) und nach einem ersten Testlauf über fast 40 KM, der Entschluss, ich melde mich an. Dann noch ein Lauf über 40 KM und ein Gesundheitscheck beim Sportarzt und schon konnte es los gehen.

In der Woche vor dem Lauf begann jeder Tag mit einem bangen Blick auf den Wetterbericht. Zunächst sah es noch gut aus, dann wurden die Vorhersagen von Tag zu Tag schlechter. Am Renntag dann die Gewissheit, es wird regnen.

Mit dem Auto geht es um 4:30Uhr in Richtung Pfalz. Der Start war immerhin bereits um 6:30Uhr und um 6:00Uhr war das offizielle Briefing angesagt. Quizfrage: Wie merkt man als Autofahrer, dass man früh unterwegs ist? Richtig im Radio läuft anstelle des gewohnten Senders die ARD-Popnacht. Kurz nach  halb sechs schließlich Ankunft in Calsberg, genauer gesagt in Hertlingshausen einem Ortsteil davon. Es regnet. Zunächst die Taschen abgeben. Als Ultraläufer hat man die Möglichkeit an drei Stellen der Strecke eine Tasche deponieren zu lassen mit Essen und frischen Laufkleidern.  Beim Briefing wird man auf die Cut-off Zeiten hingewiesen. Erreicht man bestimmte Punkte der Strecke zu spät, muss man entweder abkürzen oder wird komplett aus dem Rennen genommen. Eine Horrorvorstellung, bei KM 76 knapp 10 Kilometer vor dem Ziel womöglich nicht zu Ende laufen zu dürfen. Darüber hinaus wird natürlich auf den Regen hingewiesen. Es handelt sich schließlich um einen Trail, auf Deutsch einen Geländelauf und das Gelände ist nicht trocken, wenn es regnet. Ach so, man soll noch aufpassen, dass man im Wald nicht die Streckenmarkierungen übersieht. Verlaufen wäre auch etwas blöd. Und dann war es soweit, der Start wird frei gegeben. Natürlich im Regen.

Auch in der Pfalz ist es um diese Uhrzeit noch dunkel. Also Stirnlampe auf den Kopf und so begibt sich ein immer länger werdender Laternenumzug in Richtung Wald. Kurz nach Tagesbeginn der erste lange Anstieg, der noch keine großen Schwierigkeiten mit sich bringt. Bei KM 23 ist Battenberg, der erste große Verpflegungspunkt mit der Möglichkeit frische Laufkleidung anzuziehen erreicht. Diese Station liegt inmitten einer alten Burg, da hat sich der Veranstalter einiges einfallen lassen. Insgesamt hat die Strecke einige Sehenswürdigkeiten aufzuweisen. Da taucht mitten im Wald eine verfallene Ruine auf, Bismarck grüßt von seinem Turm und auch die Treppen auf der Strecke hatten ihren eigenen Reiz.  Von Battenberg aus ging es zum nächsten großen Punkt bei der Lindemannsruhe. Die Berge, die bis dahin zu bewältigen waren, hatten es schon mehr in sich. Der Regen, der die Strecke immer mehr aufweichte, erschwerte die Anstiege zusätzlich. Und schließlich  – oh Wunder – die Laufuhr zeigte schon über sechs Stunden, begann eine Regenpause. Eine besondere Überraschung hatte die Strecke nach KM 56, dem Klaustal, aufzubieten: Dieser Punkt war der niedrigste der Strecke, knapp 10 KM später erreichten wir Läufer teilweise über Treppen dafür am Rahnfels  den höchsten Punkt. Für diesen Teil der Strecke habe ich Gesellschaft von Kai, einem schwäbischen Mitstreiter bekommen. Das war auch bitter nötig. Die vielen Kilometer total alleine in einem fremden Wald, immer mit der Angst im Nacken, sich zu verlaufen, haben mental sehr viel abverlangt. So war es gut, nicht alleine die schwierigste Passage der Strecke meistern zu müssen. Glücklich kamen wir letztlich am Rahnfels an. Nebenbei hatten wir den ersten Cut off mit knapp einer Stunde Vorsprung gemeistert. An der Verpflegung die beruhigende Nachricht, noch 3 KM bergab zur zweiten Cut off Stelle und noch rund 45 Minuten Zeit. Auch dieses Ziel konnten wir also leicht erreichen. Zuvor aber noch eine Schrecksekunde. Auf einer gut zu laufenden bergab Passage übersah ich einen Stein und stürzte kopfüber. Ich habe viel Matsch gegessen, aber ansonsten ist nichts Schlimmeres passiert und essen ist ja beim Laufen nie schlecht. Beim nächsten Anstieg trennte ich mich wieder von meinem Streckenabschnittsgefährten. Schöne Grüße an ihn, es war nett. Bei KM 76 erreichte ich mit Höhningen den letzten Verpflegungspunkt. Ein Vater mit seinem Sohn applaudierte mir, ich war richtig gerührt. Ach so, es regnete wieder, aber das habe ich kaum noch gemerkt. Mittlerweile wurde es immer mehr Gewissheit, dass ich die Strecke schaffen werde. Ich fühlte mich auf den letzten zehn Kilometern nur noch wie auf einer langen Ehrenrunde. Bei KM 80 wurde ein Platz mit dem Namen „Platz der Bewegung“ erreicht, wollte uns der Veranstalter ärgern?  Mein Strahlen wurde immer größer und von Schmerzen war nichts mehr zu spüren. Und dann tatsächlich nach rund 11 ½ Stunden tauchte das Ziel vor meinen Augen auf. Das Empfangskommando war  zwar übersichtlich, der Empfang dafür umso herzlicher und so konnte ich überglücklich die Finisher-Medaille in Empfang nehmen.

Zum Schluss noch ein Dank an die Veranstalter. Das Rennen war super organisiert, die Strecke hervorragend gekennzeichnet und die Helfer an den Verpflegungsständen immer freundlich und sehr um unser Wohl bemüht. Ein Dank auch an alle, die mich virtuell angefeuert haben. Hier und da war es doch sehr einsam, und die Grüße über das Handy waren hier extrem hilfreich. Dank bin ich aber auch meiner Familie schuldig, die mir den nötigen Freiraum gegeben hat, um dieses Abenteuer in Angriff nehmen zu können. Immer wieder werde ich nach dem „warum“ gefragt, warum macht man so was. Um mit Mallory zu sprechen, „weil es ihn gibt“.

Gutes Training zahlt sich aus: Michael und die Staffel beim Frankfurt-Marathon mit Bestzeiten

Was haben Schwimmweltmeisterin Franziska von Almsick sowie Horst und Stefan vom Lauftreff Schlangenbad gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Doch alle drei sollen Marathon-Staffel in Frankfurt gelaufen sein, tauchen aber nicht in den Ergebnislisten auf. Bei „Franzi“ belegen dies Medienberichte im Vorfeld („Laufstrecke statt Schwimmbecken“) und Zeugenaussagen von Stefans Eltern („Sie haben wir im Fernsehen gesehen, Dich aber nicht“). Horst und Stefan indes können mit einem Beweisfoto vor dem Start aufwarten (links) und mit glaubwürdigen Bestätigungen der Staffel-Kolleginnen Christine und Julia aus den Wechselzonen. Wie kam es dazu? Der Frankfurter Marathon ist einer der alljährlichen Höhepunkte für den LT Schlangenbad. Als Einzelläufer waren in diesem Jahr Daniel und Michael am Start. Zudem hatte Julia frühzeitig eine Frauenstaffel angemeldet. Doch nachdem selbst Ersatzläuferinnen mit glaubhaften Entschuldigungen wie Operationen und Verletzungen absagen mussten, blieben kurzfristig nur noch Horst (alias Iris) und Stefan (alias Susanne), um einen Ausfall der Staffel zu verhindern. Unter falscher Flagge segelten zudem die Lauftreffler Claudia und Rüdiger (Staffel) bei ordentlichem Wind durch die Frankfurter Häuserzeilen. Die Sturmböen, die Herbstlaub und sogar einmal die Absperrgitter auf einer Länge von 40 Metern durch die Luft wirbelten, prägten die Laufveranstaltung und sorgten für ordentlich Gegenwind auf einigen Passagen. Dennoch erreichte Michael eine neue persönliche Bestzeit (Gutes Training zahlt sich eben aus!), während Daniel noch den Pfalztrail von vor drei Wochen in den Knochen spürte (85 Kilometer mit 2.000 Höhenmetern in gut 11,5 Stunden, Platz 44) und sich am Ende darauf konzentrierte, unter vier Stunden zu bleiben. Dieses Ziel hätte auch Claudia gern erreicht, aber nach zwei Wochen mit schwerer Erkältung und ohne Training war das nicht mehr drin. Flott unterwegs war auch die „Frauenstaffel“. So stellte Christine im Rahmen der ersten zwölf Kilometer gleich einmal eine neue persönliche Bestzeit über zehn Kilometer auf. Da auch „Susanne“, „Iris“ und Julia ihr Potenzial abriefen, stand am Ende die schnellste Zeit, die je eine Lauftreff-Staffel in Frankfurt gelaufen war. Dies bedeutete Platz 11 unter den Frauenstaffeln, unter den 1005 Mixed-Staffeln hätte es immerhin noch zu Platz 119 gereicht. Und Daniel hätte in diesem Jahr seine persönliche Bestzeit um rund zwei Minuten verbessern müssen, um sein alljährliches wichtiges Ziel in Frankfurt zu erreichen – nämlich allein schneller als die Staffel zu sein.

Ein Lauf im Schinderhannesland, wo einst die Dampflok schnaufte...

...ist das Motto des Hunsrück-Marathons. Die Entscheidung für den Start am 25. August fiel recht kurzfristig. Nachdem insbesondere der Marathon bei der Challenge in Roth so gut lief und erstaunlich wenig Muskelkater und sonstige Wehwehchen zur Folge hatte, sollte die Form doch auch noch für eine neue Bestzeit über 42,195 km reichen… Dafür musste eigentlich ein schneller Kurs her, der Berlin-Marathon war jedoch schon längst ausgebucht und Frankfurt in zu weiter Ferne. Also fiel die Wahl auf den landschaftlich sehr reizvollen Marathon von Emmelshausen nach Simmern im Hunsrück. Sechs Wochen waren allerdings nicht viel für eine spezifische Vorbereitung und mussten klug genutzt werden. Wichtig war zunächst, in den zwei Wochen nach Roth keine intensiven Einheiten zu absolvieren, sondern nur im Grundlagenausdauerbereich zu trainieren (was recht schwer fällt, wenn man sich gut fühlt). Anschließend wurden Umfang und Intensität langsam erhöht - ohne die goldene Regel zu verletzen, nie zwei Tage am Stück zu Laufen. Schlüsseleinheiten in den nächsten drei Wochen waren drei lange Steigerungsläufe (40 Minuten im lockeren Tempo, dann 40 Minuten den Puls um 10 Schläge steigern, anschließend 40 Minuten knapp unterhalb der anaeroben Schwelle, 20 Minuten Auslaufen) und ein Intervalltraining auf der Bahn ca. zwei Wochen vor dem Marathon: 4 x 3km (angefangen mit 4:15Min/km, dann alle 3km das Tempo um 5 Sekunden erhöhen). Ansonsten lockere Läufe mit der ein oder anderen Spitze (1- 1,5 Stunden), viel Radfahren, Schwimmen und Stretching. In der Woche vor dem Wettkampf standen dann nur noch zwei kurze Steigerungsläufe auf dem Programm; Mittwoch, Freitag und Samstag waren sportfrei.
Die Fahrt nach Simmern begann recht früh, um den Bustransfer zum Startort nach Emmelshausen um kurz vor acht nicht zu verpassen. Das Wetter war wenig einladend, wolkenverhangen und feucht. Immerhin blieb der angekündigte Dauerregen aus. Im mit ca. 200 Startern überschaubaren Feld kam keine Hektik auf und Warmlaufen war bis kurz vor dem Start kein Problem. Die ersten fünf Kilometer gehen durch Emmelshausen und Vororte und sind recht wellig. Einer 3:45 auf dem ersten Kilometer folgte wenig später eine 4:45, im Schnitt konnte die angepeilte Kilometerzeit von 4:15 aber in etwa gehalten werden. Ab Kilometer 6 wurde das Tempo dann regelmäßiger und leicht absteigende Passagen wurden genutzt, um einen kleinen Vorsprung gegenüber der Marschtabelle für 2:59 herauszulaufen. Ab Kilometer 12 sind ca. 5 Kilometer am Stück leicht ansteigend zu absolvieren. Verbunden mit Nässe und Wind führte das zu erstem Unmut. Gewöhnungsbedürftig war auch die völlige Einsamkeit über viele Kilometer: Weder konnte man sich an Mitläufern orientieren, noch waren Zuschauer zur Unterstützung da. Was die Zeiten angeht, lief jedoch weiterhin alles nach Plan und bis zum Halbmarathon in 1:28:53 konnte ein Polster von etwa einer Minute verbucht werden. Bis zum Halbmarathonstart in Kastellaun bei Kilometer 27 wurden dann die Beine langsam schwerer und trotz leicht absteigendem Streckenverlauf wurden die Kilometerzeiten nicht mehr schneller als 4:15. Ab Kilometer 27 geht es dann etwas steiler bergauf und nach zwei Kilometern in 4:40 war das Polster komplett weg. Auf den ab Kilometer 30 folgenden abfallenden Kilometern konnte der 4:15er Schnitt gerade so gehalten werden und erste Zweifel kamen auf. Die Reserven waren aufgebraucht und die letzten Kilometer geht es auch nicht mehr bergab. Bei Kilometer 36 kam mir schließlich ein wenig Glück zur Hilfe: Die erste Frau samt Radbegleitung schloss zu mir auf und ich konnte mich für etwa drei Kilometer dranhängen. Die Zeiten wurden dementsprechend ein wenig schneller und bewegten sich im Schnitt bei 4:10. Alleine hätte ich dieses Tempo wohl nicht mehr laufen können. An der letzten Verpflegungsstation bei Kilometer 39 musste ich dann aber abreißen lassen und der Abstand wuchs schnell auf ca. 50m an. Jeder Schritt tat weh und die Hoffnung auf eine Zeit unter drei Stunden war schlagartig verschwunden. Nach einem Kilometer in 4:25 kamen dann aber irgendwo her noch ein Schub und der unbedingte Wille, diese vielleicht einmalige Chance nicht ungenutzt zu lassen. Auf dem nächsten Kilometer wurde der Abstand zumindest nicht größer und der Blick auf die Uhr ließ wieder Hoffnung aufkeimen. Nach der letzten giftigen Steigung vor dem Ortseingang von Simmern rückte das Ziel immer näher und damit die Gewissheit, zum ersten Mal die magische Grenze von 3 Stunden zu unterbieten. Nach 2:59:23 blieb die Stoppuhr schließlich stehen (zweiter Halbmarathon in 1:30:30). Vielleicht der härteste Wettkampf, den ich jemals gemacht habe, weil es bis zum Schluss um Sekunden ging und ich wohl noch nie so lange am Limit gelaufen bin oder sogar darüber hinaus. Aber es war ein unvergessliches Erlebnis und dieser Tag im Hunsrück wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Fünf Dreikämpfer und diverse Hahnwaldläufer

Es gibt Leute, denen das Laufen offensichtlich nicht genügt. Zum Beispiel die eifrigen Lauftreffler Julia und Chris, die eher unregelmäßiger Lauftreffler Andreas und Michael oder auch die Lauftreff-Karteileiche Christof. Sie haben am Wochenende beim Schlangen-Dreikampf mitgemacht, dem Schlangenbader Pendant zum Ironman-Triathlon auf Hawaii. Einen Nachmittag lang verwandelte sich der „Ort mit Zeit“ in einen, in dem jede Sekunde zählte. Unter Anfeuerung diverser Lauftreffler erschwammen, erradelten und erliefen Julia, Chris, Andreas, Michael und Christof in einem starken Teilnehmerfeld die Plätze 6 beziehungsweise 7, 17, 21 und 30. Auf dem abendlichen Sommerfest konnten sie ihren Erfolg so richtig auskosten, während für andere wie Horst, Daniel und Stefan Zurückhaltung galt. Denn am Sonntag stand der legendäre Hahnwaldlauf in Kiedrich auf dem Programm, einer der schönsten Volksläufe in der Umgebung: 10 Kilometer, davon die Hälfte bergauf – und dieses Mal bei hochsommerlichen Temperaturen. Für den Lauftreff waren neben Horst, Daniel und Stefan noch Max, Rolf, Brigitte und Susanne über 10 Kilometer am Start sowie mehrere Nachwuchstalente über 5 Kilometer und beim Bambini-Lauf – und alle kamen mehr oder weniger zufrieden ins Ziel: Susanne zum Beispiel gewann in ihrer Altersklasse. Während Daniel sich „tierisch“ über acht Sekunden ärgerte, die zum Sieg in seiner Altersklasse fehlten. Gab aber auf Nachfrage zu, dass er die auf der Strecke nicht hätte noch herausholen können. Max wurde mit persönlicher Hahnwald-Bestzeit ebenfalls zweiter in seiner Altersklasse. Stefan schaffte ebenfalls eine persönliche Bestzeit für diese Strecke. Rolf feierte nach überstandener Rückenverletzung ein gelungenes Comeback. Zudem erlief sich die (ersatzgeschwächte) Mannschaft mit Daniel, Max und Rolf Platz 6. „Teamchef“ Daniel zog insgesamt eine positive Bilanz: „Ich bin zufrieden, alles im grünen Bereich. In der Mannschaftswertung hätten wir gegen die Phalanx des LC Olympia Wiesbaden auch mit der Besetzung vom letzten Mal maximal Platz drei belegt.“ Und wenn im nächsten Jahr nicht wieder Schlangen-Dreikampf, Hahnwaldlauf und Ferienbeginn auf dasselbe Wochenende fallen, stehen die Chancen gut, dass Daniel noch zufriedener sein könnte.

Stefan Rudolph

Mittendrin beim Mittsommerlauf in Wallau

Bei Ikea parken, keinen Cent für Ivar, Billy oder Poäng ausgeben und abends trotzdem (fast) zufrieden ins Auto steigen. Geht das? Na klar, beim Mittsommerlauf in Wallau.  Der LT Schlangenbad war in diesem Jahr mit elf Läuferinnen und Läufern beim Hauptlauf über zehn Kilometer dabei, so vielen wie nie zuvor. Bei trockenem und idealem Laufwetter machten sich Brigitte, Christiane, Christine, Claudia, Julia, Susanne, Chris, Horst, Max, Michael und Stefan am Freitagabend auf den Weg durch den Ort und die Felder. Die Strecke war meist flach, besaß jedoch an einigen Stellen leichte, aber lang gezogene Anstiege, zum Beispiel auf dem letzten Kilometer .Im Ort sorgten viele Zuschauer für eine motivierende Atmosphäre, was insbesondere die letzten Kilometer leichter machte. Zumindest bis zu dem Zuschauer, der kurz vorm Ziel am Rand stehend auf mich deutete und meinte: „Der hat aber auch schon ganz schöne Probleme“. Für Widerworte fehlte mir in dem Moment tatsächlich die Puste. Egal, alle elf sind gut ins Ziel gekommen mit Chris an der Spitze in Zeiten zwischen gut 43 und knapp 61 Minuten – und erfreulichen Ergebnissen: Christine und Christiane belegten in ihren Altersklassen die Plätze 7 und 11, die erste Mannschaft mit Chris, Michael, Max und Stefan Platz 16 unter 87 Teams. Unsere zweite Mannschaft mit Christine, Christiane, Julia und Horst kam auf Rang 53 und ließ dabei immer noch zahlreiche A-Teams anderer Vereine hinter sich. Und alle wären sicherlich noch ein wenig schneller gewesen, wenn auch das Ziel direkt unter dem Banner mit der Aufschrift „Ziel“ gewesen wäre und nicht erst 20 Meter dahinter. So haben viele abgestoppt und aufgehört, weil sie dachten, sie hätten das Ziel schon erreicht und verloren dadurch wertvolle Sekunden. Fürs nächste Jahr wissen die Neulinge aber nun Bescheid, sodass sie abends dann vollends zufrieden auf dem Ikea-Parkplatz ins Auto steigen können – auch ohne Karlsfors unterm Arm.
Stefan Rudolph

50 KM durch den Winter von Rodgau, oder nur die härtesten kommen durch

Bereits Tage vor dem Start des 14. Ultramarathons in Rodgau über 50 KM gab es Bange Blicke auf den Wetterbericht. Wie kalt wird es, wird es schneien? Das waren Fragen, die einem bei dem Gedanken an das Rennen durch den Kopf gingen. Darüber hinaus natürlich, wie sieht nach dem Schneefall der vergangenen Tage die Strecke aus? Als es sich abzeichnete, dass das Wetter zwar kalt aber trocken sein wird, kam via Internet die erlösende Nachricht, der Winterdienst von Rodgau räumte die Strecke, so dass sie gut zu laufen sein wird, ist da vom Veranstalter zu lesen.

Also machten sich Michael, Rüdiger und der Autor der Zeilen früh morgens frohgemut auf den Weg nach Rodgau. Nach der üblichen Vorbereitung in der Halle ging es dann zum Start. Im Start/Zielbereich gab es schon die ersten kritischen Gesichter, das soll geräumt sein? Na ja abwarten und auf zur ersten Runde. Der Start erfolgte und die hier noch asphaltierte Strecke war tatsächlich befreit von Eis und Schnee. Nach knapp zwei Kilometern aber wieder fragende Gesichter, der Asphaltuntergrund wechselte in den Schneeuntergrund, o.k. vielleicht ja nur ein kleines Stück, hoffte man. Doch bei KM drei und vier das gleiche Bild, ein Untergrund, der ein normales Laufen eigentlich unmöglich machte. Wenn das die Leistung des Winterdiensts von Rodgau ist, bin ich froh über unseren in Schlangenbad, war das Fazit der ersten Runde.

Die nächsten Runden zeigten, dass auch sämtliche zuvor gesteckte Zeitziele völlig illusorisch waren. Hier und heute ging es nur um eins, ums durchkommen, bzw. für Rüdiger die Marke von 30KM, die er sich als Ziel gesetzt hat zu erreichen. Die Strecke wurde von Runde zu Runde immer schwerer, ebenso die Beine. Immer mehr Läuferinnen und Läufer gaben vorzeitig aus. In diesem Jahr haben es knapp 40 % nicht ins Ziel geschafft, Rekord. Für Michael und mich kam dies aber nicht in Frage, oder doch? Die erste Hälfte des Rennes war noch in Ordnung, etwas langsamer als geplant aber immer noch gut in der Zeit. Die zweite wurde aber schließlich zur Qual. Erst ließ sich Michael abfallen, dann war ich es, der eine Pause brauchte und so konnte Michael wieder aufschließen. Gemeinsam kämpften wir uns durch die neunte Runde und über die Marathon-Markierung, die wir bereits völlig mit den Kräften am Ende in 4:30h erreichten. Das war rund 45 Minuten später als vor ein paar Wochen in Frankfurt. Ins Ziel kamen wir dann kurz nacheinander, völlig erschöpft, aber glücklich es geschafft zu haben. Dass es eine gute Leistung trotz schlechter Zeit war, zeigt ein Blick auf die Ergebnisliste. Diese führt uns auf Plätzen im vorderen Mittelfeld, eine Leistung, die wir trotzt schnellerer Zeiten im letzten Jahr nicht erreicht hatten.

In diesem Jahr hat es sich deutlich gezeigt, Rodgau ist nicht einfach nur ein Ultra über 50 KM, Rodgau ist ein Winterultralauf und ein solcher stellt noch einmal andere Anforderungen als ein Lauf bei 15 Grad. Dies wird immer auch vom Veranstalter betont und jeder der nach Rodgau geht, sollte sich dessen bewusst sein. Der Veranstalter hat trotz der schweren Strecke jedenfalls alles getan, um die Läuferinnen und Läufer bestmöglich zu versorgen. Wollen wir uns das noch einmal antun? Es heißt ja, sag niemals nie, aber ich weiß nicht...

Adventslauf in Mainz-Ebersheim: Paris-Roubaix ohne Kopfsteinpflaster

Daniel hatte gewarnt. Der Adventslauf in Mainz-Ebersheim sei anspruchsvoll,  insbesondere der Anstieg bei Kilometer acht habe es in sich. Und Daniel sollte Recht behalten.
Doch von Höhenmetern und steilen Berghängen war nichts zu sehen, als wir am Sonntagmorgen, 16. Dezember, von der Mainzer Autobahn in Richtung Ebersheim abfuhren. Rheinhessisches Flachland umgab uns. Leicht gewellt. Höchstens. Nur ein paar Windräder ragten aus den „Weinfeldern“ (Weinberge waren Mangelware) heraus.
Auch am Start gleich neben der örtlichen Turnhalle zeigten sich alle Läufer und Läuferinnen locker. Von Angst vor dem Anstieg war nichts zu spüren. Der Lauftreff Schlangenbad war beim neunten Adventslauf sechsmal in der Teilnehmerliste des RV Ebersheim vertreten: Daniel, Horst, Mircea und der Autor dieser Zeilen beim Hauptlauf über zehn Kilometer, Susanne beim Jedermannslauf über fünf Kilometer und Mathias beim Schülerlauf über 2,5 Kilometer.
Gegen 11.30 Uhr machten sich die 86 Läufer und 24 Läuferinnen des Hauptlaufs auf den Weg. Nach ein paar Metern durch den Ort liefen wir raus auf die Felder. Und schon beim ersten längeren, mit Gegenwind gewürzten Anstieg zog sich das Feld auseinander. Jetzt war auch mir klar, warum um Ebersheim herum diverse Windräder in der Landschaft stehen. Aber die Spitze des Feldes schien der windige Widerstand weniger zu stören. Nach der Nordschleife noch einmal zurück in den Ort und ab in den Süden. Dort ging es an Weinreben vorbei und ständig leicht hoch und runter. Die befestigten Wege zum allergrößten Teil dank vieler fleißiger Helfer geräumt, aber immer wieder geziert von Matsch und Schlamm, letzten Schneeresten, kleinen und großen Pfützen. Der Himmel wolkenverhangen, zeitweise regnete es leicht, acht Grad Außentemperatur. Die Bedingungen erinnerten an die Frühjahrsklassiker des Radsports: Paris-Roubaix, Flandernrundfahrt, Lüttich-Bastogne-Lüttich. Nur das Kopfsteinpflaster fehlte.
Nach gut der Hälfte der Strecke fiel mein Blick in ein weites Tal, durch das sich schon viele schwarze und bunte Punkte bewegten, anfangs ziemlich schnell, später immer langsamer. Beim Abstieg dann der Gedanke: Was Du jetzt runter läufst, musst Du alles hinten wieder hoch. Ruh Dich aus, wenn es bergab geht, hatte Daniel vorher geraten. Aber wer drückt schon auf die Bremse, wenn die Verfolger im Windschatten plötzlich Gas geben? Und schon war der gefürchtete Adventsanstieg erreicht: rund 500 Meter ordentlich steil den Weinberg hoch. Vier unfreiwillige Geher überholt, dann war es geschafft. Von wegen. Vor dem Ziel kam noch einmal einer von diesen Anstiegen der hinterhältigen Kategorie – zwar nur leicht bergauf, aber dafür schön langgezogen. Doch alles kein Problem dank der samstäglichen Runden mit dem Lauftreff.
Nach dem Zieleinlauf folgte die Belohnung, die die Strapazen vergessen ließ: gelungene Kartoffelsuppe (Daniel zur Dame an der Essensausgabe: „Ich laufe hier jedes Jahr nur wegen Ihrer Suppe mit“) und selbst gebackener Kuchen in der warmen Turnhalle. Insgesamt ein perfekt organisiertes Lauferlebnis. Sogar das Wetter hatten die Organisatoren im Griff: Der große Regen setzte erst ein, als alle Läuferinnen und Läufer schon lange im Ziel waren.
Apropos Ziel: Daniel erreichte es in diesem sehr gut besetzten Lauf (mehr als die Hälfte der Läufer blieb unter 50 Minuten) als 21., während sich Horst, Mircea und ich sowie auch Susanne in ihrem Lauf eher im hinteren Drittel hielten. Aber die Hoffnung auf vordere Platzierungen für den Lauftreff Schlangenbad wächst schon heran: Mathias gewann den Schülerlauf in seiner Altersstufe.
Stefan Rudolph

Der Frankfurt-Marathon: ein Höhepunkt im Laufjahr

Das Wochenende des Frankfurt Marathons begann mit einem kleinen Schock: Der Blick aus dem Fenster zeigte eine geschlossenen Schneedecke über Schlangenbad und das Ende Oktober. Fleißige Meteorologen wussten zu berichten, dass dies so früh im Jahr nur alle 40 Jahre vorkommt. Die gleichen Meteorologen sagten jedoch auch korrekt voraus, dass der eigentliche Renntag am Sonntag sich zwar kalt aber sonnig gestalten wird. So konnten die rund 16.000 Läuferinnen und Läufer (Rekord für Frankfurt!) bei bestem Wetter auf die Strecke geschickt werden. Mit dabei war mit Patrick Makau einer der absoluten Superstars der Szene, der sich als Ziel gesetzt hatte, den eigenen Weltrekord zu verbessern. Das doch zu kalte Wetter und Probleme mit dem Knie sorgten aber dafür, dass er zwar das Rennen knapp gewinnen konnte, den Weltrekord aber doch deutlich verpasste.

Doch nicht nur der Weltrekordler war am Start auch unser Lauftreff war mit drei Einzelstartern und einer Staffel vertreten. Beim Staffellauf, der im eigentlichen Marathon integriert ist, teilen sich vier Läuferinnen und Läufer die Gesamtstrecke von 42,195 KM. Die Streckenlängen sind für die einzelnen Staffelteilnehmer dabei unterschiedlich. So legt der Startläufer 12 KM quer durch die Frankfurter Innenstadt zurück. Der zweite Läufer ist mit 7,7 KM dabei, der dritte mit 9,9 KM und der letzte Läufer darf über eine Strecke von 13,7 KM die Staffel ins Ziel führen. Für unsere Staffel bildete Brigitte Hallmann die Startläuferin gefolgt von Julia Westphal, die von Horst Ettingshausen abgelöst wurde. Max Hallmann führte die Staffel abschließend ins Ziel in die Frankfurter Festhalle. Mit 4:02 Stunden ist man dabei nur denkbar knapp an der vier Stunden Marke gescheitert. In der Kategorie Mixed-Staffel bedeutete diese Zeit einen guten Mittelfeldplatz.

Die Strecke des Frankfurt-Marathons führt zunächst rund 12 KM kreuz und quer durch die Frankfurter Innenstadt. Wer Zeit hat, kann dabei einige der Sehenswürdigkeiten der Mainmetropole – wie die alte Oper - „besichtigen“. Über die alte Brücke geht es dann über den Main und anschließend entlang des Mains durch die Stadteile Niederrad und Schwanheim. Auf der Schwanheimer Brücke ereilte die Läufer bei rund 24 KM die Botschaft, dass der schnellste im Feld das Ziel bereits erreicht hatte. Damit war klar, dass es wieder nichts mit einem Sieg werden würde. Über die Schwanheimer Brücke ging es wieder auf die andere Seite des Mains. Es folgte eine sehr stimmungsvolle Schlaufe durch Höchst, der Wiege des Frankfurt Marathons. Berüchtigt ist die Strecke vor allem wegen der Mainzer Straße, die es ab KM 30 zu passieren gilt. Rund 4 KM stur gerade aus und das bei immer stärker werdenden Schmerzen verlangen schon viel Willenskraft von den Läufern ab. Zum Glück gibt sich hier der Veranstalter alle Mühe, um mit Musikbühnen für etwas Abwechslung zu sorgen. Ab KM 35 geht es dann wieder in die Innenstadt zurück. Die Strecke wird schöner und die Anfeuerung lauter. Alles Faktoren, die einem helfen, die Strapazen des Laufes zu verdrängen. Das Schlimmste ist bei KM 40 überstanden. Nun gilt es, sich für die Zieleinlauf zu schonen, schließlich will man ja eine gute Figur beim Zieleinlauf und nach dem Ziel abgeben.

Unsere Einzelstarter, Michael Winter, Michael Ehlig und Daniel Vorgrimler bewältigten die Strecke bis ungefähr zur Hälfte gemeinsam, bis jeder mehr oder weniger seine eigenen Wege ging. Alle drei schafften Zeiten von deutlich unter vier Stunden, eine für Marathonläufer magische Grenze.

Wangerooge – eine Woche Urlaub und zwei Läufe

„Zieeehh“ presst der Läufer während des Westturmlaufs auf Wangerooge heraus, als ich mich bei ca. 7,5 Kilometern langsam an ihm vorbeischiebe. Leichter gehört als getan, steckt mir noch die Etappe vom EWE Nordseelauf in den Beinen, dessen Tross vier Tage zuvor, am 12. Juni, auf der autofreien Urlaubsinsel gastierte.

Insgesamt konnte man bei dem von einem Energieversorger gesponserten Nordseelauf acht Etappen in acht Tagen entlang der Küste bewältigen – als Gesamtprogramm oder in Teilabschnitten. Hüpfburg, Glücksrad und Werbeflyer inklusive. Die Strecke auf Wangerooge war 10,6 Kilometer lang und sehr abwechslungsreich: Strandpromenade, lockerer Sand, fester Dünenboden, gepflasterte Deichwege und Straßenpflaster, das auf Wangerooge traditionell meist aus Klinkersteinen besteht. Nur An- und Abstiege fehlten als Herausforderung, aber das gleicht der böige Wind locker wieder aus.

Knapp 500 Läuferinnen und Läufer machten sich zur morgenmuffelfreundlichen Startzeit um 12.30 Uhr auf die Strecke – nach gemeinsamem Aufwärmprogramm und Absingen der Nordseelaufhyme des als besonders sportlich bekannten Duos Klaus und Klaus: „An der Nordseeküste…“ Die Startnummern waren mit einem Chip versehen, der aber leider schon mit dem Startschuss ausgelöst wurde. Wer weiter hinten im Feld startete, verlor gleich einmal bis zu einer Minute, bevor er die Startlinie überschritt. Da war die angestrebte gute Zeit schon von Anfang Makulatur. Es folgte ein kraftraubender Zick-Zack-Kurs um eher schleppend gestartete Läufer herum auf dem ersten Kilometer, bevor sich das Feld auseinanderzog. Den Preis für das anfängliche Bodengutmachen hat der Autor dann auf den letzten Kilometern gezahlt. Am Ende standen Platz 111 in der Gesamtwertung und Platz 27 in der Altersklasse M45 in einer Zeit von 53:59 Minuten.

Wesentlich entspannter ging es dann am Samstag mit rund 170 Läufern, Läuferinnen und Walkern im Alter von 4 bis 84 Jahren beim Westturmlauf zu. Den organisiert alljährlich der örtliche Sportverein. Dieser „ca. 10 Kilometer“ lange Lauf sei jedem empfohlen, der seine Laufzeit als Visitenkarte braucht – frei nach dem Motto „Mein Haus, mein Auto, meine Zehntausendmeterzeit“. Gefühlt sind es wohl nur gut 9,5 Kilometer, die zumeist auf oder hinter dem Deich verlaufen. Zum Schluss läuft man leicht bergauf über die von Zuschauern gesäumte Einkaufsmeile der Insel und die Strandpromenade ins Ziel.

Der Autor brauchte 47:42 Minuten, was für Platz 20 unter 72 Männern und Platz fünf in der Alterkasse M45 reichte (dank der regelmäßigen Besuche beim Schlangenbader Lauftreff in den vergangenen Monaten waren es drei Minuten weniger als im Vorjahr). Der Gesamtsieger, übrigens aus der gleichen Altersklasse, benötigte dagegen nur 36:45 Minuten. Sein Preis: ein Kapuzenpullover im Wangerooge-Design. Dass man den auch einfacher bekommen konnte, zeigte der von Knieproblemen geplagte jüngere Bruder des Autors: Er gewann locker den Wettstreit der zehn Walker – ohne jemals groß trainiert zu haben.

Stefan Rudolph

LT Schlangenbad (wieder) erfolgreich bei den regionalen Laufveranstaltungen

Mit dem Taunussteiner Waldlauf, dem Mittsommerlauf in Wallau und dem Kiedricher Hahnwaldlauf fanden in kurzer Abfolge gleich drei beliebte Läufe in der Region statt. An allen drei waren Läuferinnen und Läufer des LT Schlangenbads vertreten. Max, Brigitte, Petra und Daniel starteten dabei sogar bei allen drei Läufen. Den Anfang machte der Taunussteiner Waldlauf mit anspruchsvollen Strecken über 15 KM und 5 KM. Hier waren die vier genannten vom Lauftreff noch unter sich, Max und Daniel auf der langen und Brigitte und Petra auf der kürzeren Strecke. In Wallau dagegen wuchs die Gruppe auf gut 10 Läuferinnen und Läufer. Birgitte machte dabei über 3 KM ihren persönlichen Hattrick komplett: zum dritten Mal konnte Sie ihre Altersklasse für sich entscheiden. In der Mannschaftswertung über 10 KM erreichte man einen guten 20. Platz von über 70 Mannschaften. Grund genug, die guten Ergebnisse bei der anschließenden Fußballübertragung Deutschland gegen Griechenland zu feiern. Richtig erfolgreich wurde es dann in Kiedrich. Mit 13 Starterinnen und Starter war man eine der größten Gruppen im Feld. Mehrere gute Platzierungen in den Altersklassen konnten erlaufen werden und vor allem wurde der zweite Platz aus dem Vorjahr in der Mannschaftswertung über 10 KM verteidigt. Zu stark war nur der LC Olympia, mit dem man nur zu Beginn des Rennens mithalten konnte. Immerhin konnte aufgrund der vielen Starter auch noch eine zweite Mannschaft als sechster sich in die Ergebnisliste eintragen.

Bei allem sportlichen Ehrgeiz steht der Spaß beim Lauftreff im Vordergrund. Und Spaß hatten alle die bei den Läufen dabei waren. Der Lauftreff hofft auch im nächsten Jahr wieder mit vielen Läuferinnen und Läufer bei diesen Läufen dabei sein zu können. Je mehr Läufer desto besser.

Rennsteiglauf: Der Kultlauf wurde 40 und wir waren dabei

Vor gut einem Jahr wurde in einer Sektlaune die Idee geboren: Der Rennsteiglauf, ein Mythos unter den Ultraläufen, den muss man gelaufen haben (wer diese Idee hatte, ist bis heute zwischen Rolf und mir umstritten). Und wenn man schon in den Thüringer Wald fährt, dann nicht um den Halbmarathon oder Marathon zu laufen, dafür muss man nicht soweit fahren, sondern gleich den Supermarathon über 72,7 KM. Da passt es gut, dass dieser Lauf just auch noch seinen vierzigsten Geburtstag feiert. Also anmelden, Ferienwohnung buchen und anfangen zu trainieren. Rund ein dreiviertel Jahr der Vorbereitung mit dem Frankfurt Marathon und den 50 KM von Rodgau als „Vorbereitungswettkämpfe“ mündeten in einen letzten Testlauf, drei Wochen vor dem eigentlichen Lauf: Vom Niederwalddenkmal in Rüdesheim über den Rheinsteig zurück nach Bärstadt. Eine Streckenlänge, die einem Marathon entspricht. Nach diesem Lauf war klar: Den Rennsteig schaffen wir nur, wenn die Laufgeschwindigkeit stimmt, d.h. so langsam wie möglich. Nach dem dies klar war, konnte es am Freitag vor dem großen Tag losgehen. Auf der Autobahn ging es so voran wie wir laufen wollten: langsam. Abend in Eisenach, dem Startort, angekommen mussten zunächst die Startnummern abgeholt werden. Anschließend gab es bei der Klößeparty eine Stärkung und es wurde erstmalig Bekanntschaft mit dem Rennsteiglied gemacht.

Am nächsten Tag ging es mitten in der Nacht los. Start auf dem Marktplatz in Eisenach war schließlich schon um 6:00Uhr in der Früh. Der Zielort Schmiedefeld sollte nach unseren Planungen um 16:00Uhr erreicht werden. Beruhigend war, dass wir nicht die einzigen Verrückten waren, die sich auf die Strecke trauten, sondern es gab noch weitere rund 2.500 Läuferinnen und Läufer aus ganz Deutschland, die sich in das Abenteuer Rennsteiglauf stürzten. Die Taktik des Langsamlaufens führte dazu, dass wir gleich zu Beginn des Feldes weit nach hinten gespült wurden. Ein Blick zurück nach dem ersten Kilometer zeigte, da kommt ja so gut wie keiner mehr. Egal, am Ende wird abgerechnet. Nach knapp zwei Kilometer ein Deja vu: wieder ein Stau, diesmal nicht auf der Autobahn, sondern wegen Laufbahnverengung auf der Strecke. Egal wir wollten eh langsam laufen.

Der Rennsteig hat gleich zu Begin das größte Hindernis aufzuweisen, den Anstieg auf den Großen Inselberg von 200 HM auf über 900 HM. Besonders steil bei KM 22, wo man vergebens nach einem Aufzug Ausschau hält. Auf dem Berg machten in diesem Jahr die Eisheiligen ihren Namen besonders alle Ehre. Gefühlt kaum über Null war es einfach nur kalt. Kalt den Rücken runter lief es einem, als der Abstieg direkt nach dem Gipfel sichtbar wurde, so steil, dass man sich kaum traute zu laufen. Aber auch das konnten wir meistern und bewegten uns zu der nächsten Verpflegungsstation. Die Verpflegungsstationen am Rennsteig sind berühmt für die außergewöhnliche Ausstattung. Statt den üblichen Bananen und Äpfel gibt es Würste, Butter- und Käsebrote sowie natürlich die absolute Spezialität, den Haferschleim.

Zwischen KM 30 und 40 ist der Rennsteiglauf ein „Genusslauf“, kaum Steigungen sind auf diesem Streckenabschnitt zu verzeichnen, so dass der Läufer gemütlich das Rennsteiglied lernen kann. Kurz vor der Marathonmarke ist es aber vorbei mit der Ruhe, die nächste große Steigung will gemeistert werden. Am Grenzadler bei KM 54 warteten schließlich unsere Familien. An dieser Verpflegungsstation gibt es die Möglichkeit, das Rennen zu beenden, was für uns natürlich nicht in Frage kam.

Nur noch 18 KM und ein Berg gab es schließlich zu bewältigen, das sollte doch kein Problem mehr sein. Bei KM 64 waren schließlich mit dem großen Beerberg der höchste Punkt der Strecke und gleichzeitig der höchste Berg des Thüringer Waldes erklommen. Von nun an ging es bergab, aber nur mit der Strecke. Etwas Bier an den Verpflegungsstationen half den Rest im Eiltempo zu erledigen und viele der Läufer, die schneller als wir angegangen waren, konnten nun überholt werden. Kurz vor KM 70 ein herrlicher Blick über den Zielort Schmiedefeld, das lässt das Herz eines Läufers höher schlagen. Und schließlich nach etwas mehr als 9 ½ Stunden der unvergessliche Einlauf ins Ziel in Schmiedefeld.

Der Supermarathon ist ein Erlebnis, das keiner, der es erleben durfte, jemals vergessen wird.

50 KM von Rodgau

Der diesjährige Ultramarathon über 50 KM in Rodgau zeigte, dass die Langstrecke im Rhein Main Gebiet boomt. Nach dem Teilnehmerrekord beim Marathon in Frankfurt konnte auch der veranstaltete RLT einen eben solchen verzeichnen. 833 Läuferinnen und Läufer fanden sich morgens um 10:00Uhr am Start beim Freizeitgelände Gänsebrüh in Rodgau-Dudenhofen ein. Davon verbuchten 560 Läufer erfolgreich die maximale Zahl von 10 Runden a 5 KM. Beides sowohl die Anzahl an Starter als auch an Finisher bedeutete Rekord. Die relativ hohe Quote an Abbrecher erklärt sich dadurch, dass in Rodgau jeder in der Ergebnisliste auftaucht, der mindestens 5 Kilometer gelaufen ist. So nutzen viele den Start in Rodgau für einen Selbstversuch nach dem Motto „wie lange tragen mich meine Füße“.

Mit dem Ehrgeiz, die volle Distanz zu laufen, gingen Michael, Rolf und Daniel von unserem Lauftreff ins Rennen. Vorsichtig hatte man sich dabei ans Ende des Feldes eingereiht, um von dort die Runden immer nach dem gleichen Rhythmus abzuarbeiten: Nach 800 Meter eine Verpflegungsstelle, die wie jedes Jahr mit vielen Leckereien aufwartete, nach 2,5KM eine Wendepunktstrecke, bei der man die „Konkurrenz“ beobachten konnte, bei Kilometer 4 der berüchtigte Anstieg über 10 Meter und dann ab ins Ziel und auf zur nächsten Runde. So verging eine Runde nach der anderen. Immer wieder groß war das Erstaunen, als die Besten zur Überrundung ansetzten. Der Sieger tat dies gleich viermal und kam mit einem neuen Streckenrekord von 3:02h ins Ziel kurz bevor unsere Läufer ihre sechste Runde beenden konnten. In der achten Runde und nach der psychologisch kritischen Marke von 35 KM zerfiel dann die Schlangenbader Laufgruppe. Daniel zog etwas das Tempo an und kurz danach musste Rolf auch Michael ziehen lassen. Daniel kam dann nach 5:11h, Michael nach 5:24h und Rolf nach 5:29h ins Ziel. Für Michael war es der erste Ultramarathon überhaupt, für Daniel und Rolf nach 2011 der zweite. Beide konnten ihre Zeiten gegenüber dem Vorjahr deutlich steigern. In der Mannschaftswertung gelang es sogar, zwei Teams hinter sich zu lassen, was zu einigem Erstaunen geführt hat.

Für Rolf und Daniel soll der Lauf nur der Auftakt zur Vorbereitung auf den legendären Rennsteiglauf Mitte Mai sein. Bei diesem Lauf geht es über 72,7 KM quer durch den Thüringer Wald entlang des gleichnamigen Wanderweges.

30 Jahre Frankfurt-Marathon und wir waren dabei

Der Frankfurt Marathon, mit seinem Zieleinlauf auf dem roten Teppich in der Frankfurter Festhalle, ist derzeit nach Berlin der wichtigste Marathon in Deutschland. Die Jubiläumsveranstaltung – es war mittlerweile die 30. Auflage des ältesten deutschen Stadtlaufs über die Marathonstrecke - hatte eine besondere Anziehungskraft für die Läuferinnen und Läufer. So war der Lauf mit über 15.000 Meldungen bereits Anfang Oktober ausgebucht. Auch ansonsten war der Lauf reich an Höhepunkten: sensationelles Wetter mit für Ende Oktober ungewöhnlichen 17 Grad Celsius und einem der schnellsten jemals gelaufenen Rennen über diese Distanz weltweit. Die Siegerzeit lag am Schluss mit 2:03:42h die Winzigkeit von vier Sekunden vom Weltrekord entfernt. Mittendrin in diesem Spektakel war zum ersten Mal eine Staffel des Lauftreffs und mit Rolf Kröger, Michael Winter, Florian Burg und Daniel Vorgrimler vier Einzelläufer unseres Lauftreffs.

Beim Staffellauf, der im eigentlichen Marathon integriert ist, teilen sich vier Läuferinnen und Läufer die Gesamtstrecke von 42,195 KM. Die Streckenlängen sind für die einzelnen Staffelteilnehmer dabei unterschiedlich. So legt der Startläufer 12 KM quer durch die Frankfurter Innenstadt zurück. Der zweite Läufer ist mit 7,7 KM dabei, der dritte mit 9,9 KM und der letzte Läufer darf über eine Strecke von 13,7 KM die Staffel ins Ziel führen. Für unsere Staffel bildete Christine Bratek die Startläuferin gefolgt von den beiden Hallmanns – Brigitte und Max. Horst Ettingshausen führte schließlich nach gut vier Stunden die Staffel ins Ziel. In der Kategorie Mixed-Staffel bedeutete diese Zeit einen guten Mittelfeldplatz.

Die Strecke des Frankfurt-Marathons führt zunächst rund 12 KM kreuz und quer durch die Frankfurter Innenstadt. Wer Zeit hat, kann dabei einige der Sehenswürdigkeiten der Mainmetropole – wie die alte Oper - „besichtigen“. Über die alte Brücke geht es dann über den Main und anschließend entlang des Mains durch die Stadteile Niederrad und Schwanheim. Auf der Schwanheimer Brücke ereilte die Läufer bei rund 24 KM die Botschaft, dass der schnellste im Feld das Ziel bereits erreicht und dabei den Weltrekord um die besagten 4 Sekunden verpasst hatte. Eine Nachricht die im Feld mit ungläubigem Kopfschütteln kommentiert wurde. Mit der Gewissheit heute nicht mehr gewinnen zu können, ging es dann über die Schwanheimer Brücke wieder auf die andere Seite des Mains. Nun standen bereits mehr als 2:12 Minuten auf der Uhr und somit war die Olympianorm auch nicht mehr erreichbar. Es folgte eine sehr stimmungsvolle Schlaufe durch Höchst, der Wiege des Frankfurt Marathons. Hier wurde vor 30 Jahren der erste Frankfurt Marathon gestartet. Berüchtigt ist die Strecke vor allem wegen der Mainzer Straße, die es ab KM 30 zu passieren gilt. Rund 4 KM stur gerade aus und das bei immer stärker werdenden Schmerzen verlangen schon viel Willenskraft von den Läufern ab. Zum Glück gibt sich hier der Veranstalter alle Mühe, um mit Musikbühnen für etwas Abwechslung zu sorgen. Ab KM 35 geht es dann wieder in die Innenstadt zurück. Die Strecke wird schöner und die Anfeuerung lauter. Alles Faktoren, die einem helfen, die Strapazen des Laufes zu verdrängen. Das Schlimmste ist bei KM 40 überstanden. Nun gilt es, sich für die Zieleinlauf zu schonen, schließlich will man ja eine gute Figur beim Zieleinlauf und nach dem Ziel abgeben.

Florian, Rolf und Daniel bewältigten die Strecke von Anfang bis zum Ziel gemeinsam. Für Michael bedeutete sein Start in Frankfurt die erste Teilnahme an einem Marathonlauf und wurde entsprechend in der Festhalle vom restlichen Lauftreff als neuer Marathon-Läufer gefeiert.


Mittsommerlauf Wallau 2014
Mittsommerlauf Wallau 2014